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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - Neue Regelungen im Bereich QM/QS

BZB Januar/Februar 16 Politik 10 KZVB Die KZVB führt derzeit bayernweit Infoveranstal- tungen zum Thema „Qualitätsmanagement und -sicherung (QM/QS)“ durch. Über 3 000 Zahnärzte und Praxismitarbeiter haben sich angemeldet. Wir sprachen mit den beiden KZVB-Vorsitzenden darü- ber, warum 2016 das „Jahr der Qualität“ wird. BZB: Viele der QM/QS-Veranstaltungen waren inner- halb weniger Tage ausgebucht. Hat Sie das überrascht? Böhm: Uns war zwar klar, dass hier ein enormer Informationsbedarf besteht, aber die Nachfrage hat all unsere Erwartungen übertroffen. Ein Bei- spiel: Die Veranstaltung für Mittelfranken sollte im Zahnärztehaus Nürnberg stattfinden. Schon nach zwei Tagen wechselten wir in die Stadthalle Fürth. Dort hatten wir erst einen kleineren Saal reserviert. Zwischenzeitlich sind wir im großen Saal mit 650 Sitzplätzen und der ist auch bereits ausgebucht. Wir haben mittlerweile mehrere Zu- satztermine organisiert, um jedem Kollegen die Teilnahme zu ermöglichen. BZB: Wie erklären Sie sich dieses gewaltige Interesse? Rat: Qualität ist für jeden Zahnarzt und jede Zahn- ärztin eine Selbstverpflichtung. Man ergreift die- sen Beruf nur dann, wenn man sich für Perfektion und Präzision begeistern kann. Das ganze Studium lang werden wir darauf gedrillt, nur einwandfreie Ergebnisse abzuliefern. Und dieser Perfektionismus begleitet einen Zahnarzt sein ganzes Berufsleben lang. Leider ist er durch wirtschaftliche Zwänge einem ständigen Spagat zwischen dem eigenen Qualitätsanspruch und dem zeitlichen Aufwand ausgesetzt. Auch das lebenslange Lernen gehört zu unserem Berufsbild. Die Zahnheilkunde im Jahr 2016 hat nur noch wenig mit dem zu tun, was ich an der Universität gelernt habe. Es überrascht mich deshalb nicht, dass eine Veranstaltungsreihe zum Thema QM/QS auf großes Interesse stößt. BZB: Wie beurteilen Sie die Aktivitäten des Gesetzgebers im Bereich Qualität? Böhm: Ich drücke es einmal vorsichtig aus: In der Zahnmedizin waren die neuen Vorschriften nicht notwendig. Wie Kollege Rat bereits ausgeführt hat, führen wir schon seit vielen Jahren ein umfangrei- ches Qualitätsmanagement durch. Jede Praxis hat beispielsweise ein Hygienemanagement. Inner- halb der KZVB haben wir das Gutachterwesen, die Zahnarzt-Zweitmeinung, eine Patientenberatung und einen eigenen Geschäftsbereich, der sich nur um die Qualität der Versorgung kümmert. Außer- dem gibt es allgemein anerkannte Behandlungs- richtlinien. In anderen Medizinbereichen mag das anders aussehen. Wenn in Deutschland jedes Jahr bis zu 15 000 Menschen an Krankenhauskeimen sterben, besteht hier sicher Handlungsbedarf. BZB: Besteht die Gefahr, dass die Zahnärzte Maß- nahmen „übergestülpt“ bekommen, die für andere ge- dacht sind? Rat: Nach jetzigem Stand nein. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem auch die Zahn- ärzte vertreten sind, setzt nur die Qualitätsvorgaben um, die der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch V ver- langt. Aber dadurch befürchte ich keine wesentliche Steigerung der Bürokratie in den Praxen. Wichtig ist nur, dass man alle Maßnahmen im Bereich Qua- litätsmanagement und -sicherung dokumentiert. Das dient auch dem eigenen Schutz. Wenn ein Pa- tient an einer Hepatitis erkrankt, muss der Zahnarzt belegen können, dass er alle Hygienebestimmun- gen eingehalten hat und deshalb die Behandlung in der Zahnarztpraxis hierfür nicht ursächlich war. „Kein Grund zur Panik“ Dr. Janusz Rat und Dr. Stefan Böhm über neue Regelungen im Bereich QM/QS Foto: KZVB Die neuen Vorschriften im Bereich QM/QS sind aus Sicht von Dr. Janusz Rat (l.) und Dr. Stefan Böhm kein Grund zur Panik. Jede Praxis könne sie ohne großen Aufwand erfüllen. -sicherung (QM/QS)“ durch. Über 3000 Zahnärzte bis zu 15000 Menschen an Krankenhauskeimen

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