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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - Dr. Brigitte Hermann über die Arbeit der LAGZ Bayern

BZB Januar/Februar 16 Politik 14 KZVB 2015 war das „Jahr der Kindergesundheit“ in Bayern. Es bot die Gelegenheit, auf die vielfälti- gen Präventionsbemühungen der bayerischen Zahnärzte aufmerksam zu machen. Insbesondere die Gruppenprophylaxe erwies sich einmal mehr als ein Aushängeschild für den Berufsstand. Federführend ist und bleibt dabei die Landes- arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ). Sie nutzte den 25. „Tag der Zahngesundheit“, an dem über 1 000 Kinder sowie Gäste aus Politik und Wirt- schaft teilnahmen, um die Bedeutung der Zahn- gesundheit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Die LAGZ war bislang eine Organisation, die von politischen und standespolitischen Aktionen ver- schont blieb. Krankenkassen und zahnärztliche Körperschaften zogen hier stets an einem Strang. Selbst harte Auseinandersetzungen zwischen der KZVB und einigen Krankenkassen konnten die konstruktive Atmosphäre innerhalb der LAGZ nicht trüben. Auch die Zusammensetzung der Mit- glieder zeigt, dass hier wertfrei zum Wohle der Zahngesundheit bayerischer Kinder und Jugend- licher gearbeitet wird. Umso befremdlicher ist jedoch die Kritik, die in einer Veröffentlichung an der Arbeit der LAGZ geübt wurde. Sie bedarf einer Erwiderung und Berichtigung, um die wertvolle Arbeit von rund 2 900 LAGZ-Zahnärzten nicht infrage zu stellen. Prof. Dr. Christoph Benz verwies im BZB 12/2015 darauf, dass Bayern im bundesweiten Vergleich bemerkenswert schlecht bei der Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen abschneide. Wört- lich sagte er: „Nach diesen Zahlen spielt Bayern bei der Bekämpfung der Karies von Kindern und Jugendlichen eher in der Kreisklasse als in der Champions League.“ Diese Aussage überrascht, da Benz selbst einge- räumt hat, dass bei den entsprechenden Studien, die den Zahlen zugrunde liegen, mit unterschied- lichen Maßstäben gemessen wurde. So stellte er im Sommer 2015 in einem Interview mit den „Nürn- berger Nachrichten“ fest: „Bayern hat im Bestreben um optimale Studienergebnisse einen besonders hochwertigen, ausgefeilten Untersuchungsprozess durchgeführt. Wenn man mit Licht, am liegenden Patienten mit trockengepusteten Zähnen und wis- senschaftlich ausgebildeten Untersuchern arbeitet, kommt man zu scheinbar schlechteren Ergebnis- sen als die, die das alles nicht tun. Das vermeint- lich schlechtere Abschneiden ist also in erster Linie methodisch bedingt.“ Genau das ist des Pudels Kern: Bayern hat bei der DAJ-Studie 2009 (!) in der Tat erstmals schlech- ter abgeschnitten als andere Bundesländer. Der Grund dafür ist einfach: In Bayern wurde ein deut- lich höherer Untersuchungsstandard angewandt als andernorts. Es wurde mit 50-Watt-Leuchten, einem Luftbläser und im Liegen untersucht. In den meisten anderen Bundesländern wurde mit 20-Watt-Leuchten und ohne Luftbläser untersucht. Dass die bayerischen Werte deshalb schlechter waren, liegt auf der Hand. Hier wurden also buch- stäblich Äpfel mit Birnen verglichen. Richtig ist aber, dass durch die ausgefeilten Unter- suchungsmethoden Handlungsbedarf in einer be- stimmten Zielgruppe aufgezeigt wurde. Auf dieser Grundlage hat die LAGZ bereits in den vergange- nen Jahren die Weichen gestellt und neben den bewährten Aktionen neue Projekte initiiert, die er- folgreich laufen und jetzt auf ihre Wirksamkeit hin ausgewertet werden. Nach jetzigem Stand gibt es keinen Anlass, die Effektivität der bayerischen Gruppenprophylaxe Gruppenprophylaxe: Positives Image für unseren Berufsstand Dr. Brigitte Hermann über die Arbeit der LAGZ Bayern Dr. Brigitte Hermann ist seit Dezember 2015 Vor- sitzende der Bayerischen Landesarbeitsgemein- schaft Zahngesundheit. Fotos: LAGZ über 1000 Kinder sowie Gäste aus Politik und Wirt- 2900 LAGZ-Zahnärzten nicht infrage zu stellen.

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