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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

Politik BZB Januar/Februar 16 15 KZVB anzuzweifeln. Die Mundgesundheit der bayeri- schen Kinder und Jugendlichen ist im Grunde nicht schlechter als in anderen Bundesländern. Derzeit findet unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Nor- bert Krämer die 6. Epidemiologische Studie für die DAJ bei sechs-, sieben- und zwölfjährigen Kin- dern statt, deren Ergebnisse zum Jahresende vor- liegen werden. Das Hauptaugenmerk der LAGZ-Gruppenprophy- laxe gilt der „Sozialkaries“. KZVB-Vize Dr. Stefan Böhm hat darauf bereits in seinem Editorial für das BZB 7-8/2015 hingewiesen. Der aktuelle Baye- rische Gesundheitsbericht belegt ebenfalls die enge Korrelation zwischen dem sozioökonomischen Sta- tus und dem Kariesrisiko. Verkürzt ausgedrückt: Immer weniger Kinder haben immer mehr Karies. Der DMF-T-Index bei Hauptschülern liegt mehr als doppelt so hoch wie bei Gymnasiasten. Kinder, die eine Haupt- oder Mittelschule oder ein sonder- pädagogisches Förderzentrum besuchen, sind am stärksten von Karies betroffen. Die LAGZ hat auf diese Entwicklung reagiert und sich mit der „Aktion Löwenzahn Plus“ verstärkt in Förderzentren engagiert (siehe dazu auch den Artikel „Sozialfall Karies“ im BZB 12/2015). Es wird motiviert, untersucht, fluoridiert und ein Zahn- arztkontakt aufgebaut. Eltern und Erzieherinnen sind unter anderem beim Thema Ernährung mit einbezogen. Die Anzahl der betreuten Förderein- richtungen steigt stetig. In den Zentren findet man nicht ausschließlich Kinder mit Behinderung, son- dern viele, die aufgrund der Sozialstruktur ihres Elternhauses beim Sprach- und Sozialverhalten Förderungsbedarf haben. Die Polarisierung der Karies bei Kleinkindern (bis drei Jahre) stellt eine weitere Herausforderung an die Gruppenprophylaxe dar. Die LAGZ Bayern führt seit Jahren eine Betreuung von Kinderkrip- pen durch. Sie setzt neben spielerischen Erstkon- takten mit der Zahnbürste auf Schulung und Mo- tivation der Erzieherinnen bei der Durchführung des Zähneputzens, da die Kinder meist ganztägig in der Krippe untergebracht sind, und erreicht da- mit auch die Kinder aus sozial schwachen Fami- lien. Der LAGZ-Zahnarzt sucht auch den Kontakt zu den Eltern, wenn sie die Kinder abholen. Ins- besondere um Migranten mit schlechten Deutsch- kenntnissen zu erreichen, arbeiten wir hierbei mit Bildern und Grafiken. Ernährungsfehler werden mit ausgestellten Lebensmitteln demonstriert. Der Problematik „Karies in Haupt- und Mittelschu- len“ begegnet die LAGZ mit Projekten wie „Zähne- putzen in Ganztagesschulen“. Ziel ist es, Kindern aus sozial schwachen Familien einmal am Tag einen Mehr als 1 000 Kinder und Ehrengäste feierten mit der LAGZ den 25. „Tag der Zahngesundheit“. Politik BZB Januar/Februar 1615 Mehr als 1000 Kinder und Ehrengäste feierten mit der LAGZ den 25. „Tag der Zahngesundheit“.

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