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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - Dr. Markus Achenbach blickt auf sein Berufsleben zurück

BZB Januar/Februar 16 Politik 20 KZVB Dr. Markus Achenbach blickt auf ein bewegtes Be- rufsleben zurück. Er war Gründungsmitglied der GSG 9 und bildete die Beamten aus, die 1977 die Geiseln aus der von arabischen Terroristen entführ- ten Lufthansa-Maschine Landshut befreiten. Nach dem Studium der Zahnmedizin ließ er sich im ober- fränkischen Bischofsgrün als Zahnarzt nieder. Eine Entscheidung, die der 66-Jährige nie bereut hat. BZB: Was hat Sie dazu veranlasst, sich bei der GSG 9 zu bewerben? Achenbach: Ich war während der Olympischen Spiele 1972 als junger Polizist in München einge- setzt und habe die Ohnmacht und Wut über die At- tentate hautnah miterlebt und mit ertragen müs- sen. Als der damalige Bundesinnenminister Hans- Dietrich Genscher dann eine Anti-Terror-Spezial- einheit gründete, habe ich mich sofort gemeldet. BZB: Die GSG 9 war die erste Spezialeinheit in Deutsch- land. An welchen Vorbildern hat man sich seinerzeit bei der Organisation und Ausbildung orientiert? Achenbach: Es gab praktisch keine Vorbilder, aber wir haben uns vor Ort bei den damals bes- ten Geheimdiensten und Polizeieinheiten infor- miert. Ansonsten haben wir den Terrorismus der damaligen Zeit in allen Facetten analysiert und die Truppe auch auf noch nicht aktuelle Szena- rien wie Flugzeug-, Schiffs- und Zugentführungen trainiert. Auch scheinbar noch so nebensächliche Situationen und Funktionen wurden ins Training miteinbezogen. BZB: Haben Sie sich als junger Mann Gedanken da- rüber gemacht, dass bei jedem Einsatz Ihr Leben auf dem Spiel stehen kann? Achenbach: Natürlich war das ein Gedanken- und Diskussionspunkt im Team, aber in erster Linie das Bewusstsein der Verantwortung für jeden Ka- meraden und damit Ansporn, stets in jeder Hin- sicht fit zu sein. BZB: Beim ersten großen Einsatz der GSG 9 in Mo- gadischu waren Sie nicht mehr dabei. Haben Sie das bedauert? Achenbach: Natürlich, außerordentlich sogar, denn hier wurde der erste öffentliche Beweis er- bracht, wie gut die Truppe ist. Den Großteil der ein- gesetzten Kräfte hatte ich ja als Führer der Ausbil- dungseinheit ausgebildet, und so machte mich der durchschlagende Erfolg auch stolz. BZB: Wie fanden Sie den Weg in die Zahnmedizin? Achenbach: Als junger Mann mit Abitur wollte ich Schiffsarzt bei der Bundesmarine werden. Dem hat meine Frau einen Riegel vorgeschoben, da sie mich nicht die Hälfte des Jahres auf See wissen wollte. Als Alternative habe ich mich dann zur Offiziersausbildung beim damaligen Bundesgrenz- schutz beworben und meine Offizierslaufbahn überwiegend in Bayern absolviert. Als ich mich dann von Deggendorf aus nach St. Augustin bei Bonn zur GSG 9 bewarb, wusste ich noch nicht, dass ausgerechnet der kleine Fremdenverkehrsort Bischofsgrün die Patengemeinde der GSG 9 werden sollte. Die Verbindung resultiert aus einer langjäh- rigen Freundschaft zwischen dem 1. Kommandeur der GSG 9 und späteren General Wegener und dem Von der GSG 9 nach Oberfranken Dr. Markus Achenbach blickt auf ein bewegtes Berufsleben zurück Neben der Arbeit in der Praxis engagierte sich Dr. Markus Achen- bach auch in der Standespolitik. Von 2011 bis Dezember 2015 war er Vorsitzender der KZVB-Bezirksstelle Oberfranken. Foto: KZVB

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