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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

Bürgermeister von Bischofsgrün. Mit eben jenem Bürgermeister Werner Küspert habe auch ich eine Freundschaft geschlossen. Bischofsgrün hatte kei- nen Zahnarzt und ist ein herrliches Fleckchen Erde. Also versprach ich meinem Freund, nach dem Stu- dium der Zahnmedizin in Bischofsgrün eine Praxis zu eröffnen. Das habe ich 1980 wahrgemacht. BZB: Sie waren über 30 Jahre als Zahnarzt in Bischofs- grün tätig. Jetzt endet Ihre berufliche Laufbahn. Haben Sie Angst vor dem berühmten „schwarzen Loch“ nach dem Eintritt in den Ruhestand? Achenbach: Bischofsgrün ist ein „heilklimatischer Kurort“. Ich wohne also da, wo andere Menschen Urlaub machen. Wandern, Schwimmen und Ra- deln im Sommer und Skifahren und Langlaufen im Winter, vor der Haustür unberührte Natur. Ein großes Haus mit Garten, vier Söhne, vier Enkel und sechs Geschwister mit Familien weltweit verteilt sowie über tausend Bücher, die bis jetzt warten mussten. Noch Fragen? BZB: Sie waren jahrzehntelang in der Standespolitik engagiert. Welche Bilanz ziehen Sie aus dieser Zeit? Achenbach: Wenn es uns Standespolitikern ge- länge, offen und achtungsvoll sowie ehrlich und im Sinne der Kollegenschaft miteinander zu reden, würde es wesentlich weniger Reibungsverluste und Irritationen geben. Wenn es die Verbände schaffen, gemeinsam nur die Besten in die Schaltstellen der Standespolitik zu bringen, könnte unser Berufs- stand immens davon profitieren. Solche Kinder- gartenspiele der Opposition wie in den letzten bei- den Vertreterversammlungen der KZVB sind für die Kollegenschaft unverständlich. Ich hoffe, dass die Kollegenschaft bei den anstehenden Wahlen den- noch von ihrem Wahlrecht Gebrauch macht. Über all den stunden- und auch nervenraubenden Tä- tigkeiten der Standespolitik stehen für mich auch viele neugewonnene Freundschaften und sehr viele schöne Begebenheiten, die zu dem Resümee füh- ren: Die Standespolitik kann sehr wohl gestalten und hat immer dann Erfolge eingefahren, wenn der Weitblick, die notwendige Inbrunst und Ausdauer vorhanden sind. BZB: Es ist viel vom Landarztmangel die Rede. Wie se- hen Sie die Situation und was muss man tun, um junge Kolleginnen und Kollegen aufs Land zu bringen? Achenbach: Eine Landzahnarztpraxis hat viele Vorteile, derer man sich am Anfang des Berufs- lebens oft nicht bewusst ist. Besonders sind hier Fa- milien mit Kindern gemeint, denn die Infrastruk- tur stimmt. Ich lebe hier in schönster Natur, habe seit 35 Jahren keinen Tag wegen Krankheit gefehlt und habe ein in jeder Hinsicht ausreichendes Aus- kommen. Eine kleine, heile Welt mit viel fröhlicher Nachbarschaft und viel weniger Problemen als in der Großstadt! Das wiegt auch die räumliche Dis- tanz zu Kultureinrichtungen und Einkaufszentren auf. Entfernungen sind heute doch sehr relativ, oder? Man lebt auf dem Land in der Gemeinschaft mit all den Vorzügen des Miteinanders, aber natür- lich auch mit weniger Anonymität. BZB: Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Leo Hofmeier. Politik BZB Januar/Februar 16 21 KZVB Fotos: privat Als junger Polizist erlebte Achenbach das Geiseldrama bei den Olympischen Spielen in München mit. Daraufhin meldete er sich freiwillig für die neue Spezialeinheit GSG 9. Als Geschäftsführer der LAGZ Bayern kümmerte sich Achenbach um die Zahngesund- heit von Kindern und Jugendlichen. Zusammen mit Sybille van Os-Fingberg (l.) und Dr. Brigitte Hermann freute er sich über die Verleihung des Wrigley Prophylaxe Preises. Politik BZB Januar/Februar 1621

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