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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - GOZ aktuell

Praxis BZB Januar/Februar 16 27 BLZK GOZ aktuell Beschlüsse des GOZ-Beratungsforums In der Serie „GOZ aktuell“ veröffentlicht das BZB Berechnungsempfehlungen und Hin- weise zur GOZ 2012. Zur Weitergabe innerhalb der Praxis und zum Abheften können die Beiträge aus dem Heft herausgetrennt werden. Sie sind auch im Internet abrufbar. Seit April 2013 gibt es das Beratungsforum für Gebühren- ordnungsfragen, dem vier Vertreter der Bundeszahnärzte- kammer, zwei des PKV-Verbandes und zwei der Beihilfe von Bund und Ländern angehören. Alle Beschlüsse müssen einstimmig gefasst werden. Nachfolgend die Beschlüsse des GOZ-Beratungsforums vom Januar 2016: · Provisorien Die Wiedereingliederung (inkl. Säuberung, ggf. Wieder- anpassung) andernorts angefertigter direkter oder labor- gefertigter Provisorien ist analog zu berechnen. Aus grund- sätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger hal- ten als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2260 für angemessen. · Knochenresektion Neben Extraktionen ist die GOZ-Nr. 3230 dann gesondert berechnungsfähig, wenn die Resektion aufgrund eigen- ständiger Indikation (nicht zur oder durch die Zahnentfer- nung notwendig) mit einem separaten auf der Rechnung dokumentierten Operationszugang erbracht wird und es sich insofern um eine selbstständige Leistung handelt. Die eigenständige Indikation ist auf der Rechnung zu erläutern. · Abschnittsübergreifende Berechnung Die Auflistung einer Gebührennummer in einem bestimm- ten Abschnitt der GOZ hat nicht zur Folge, dass die dieser Gebührennummer zuzuordnende Leistung nur in Zusam- menhang mit einem Leistungsgeschehen berechnungs- fähig wäre, das fachlich diesem Gebührenordnungsab- schnitt zuzuordnen ist. · Periimplantitisbehandlung Eine Periimplantitisbehandlung im offenen Verfahren stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV- Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr je nach Lokalisation die GOZ-Nr. 4090 beziehungsweise 4100 als Analoggebühr für angemessen. · Protrusionsschiene Die Eingliederung einer Protrusionsschiene, zum Beispiel zur Behandlung einer Schlafapnoe, stellt eine selbststän- dige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr die GOZ-Nr. 7010 (Eingliederung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Ober- fläche) für angemessen. In der Vergangenheit hat das Gremium Beschlüsse gefasst, die teilweise bei Zahnärzten auf Kritik gestoßen sind. Be- schlüsse des Beratungsgremiums sind keine rechtsverbind- liche Auslegung der GOZ. Aus einigen Formulierungen wird besonders ersichtlich, dass die Bundeszahnärztekammer dem Behandler zugesteht, die zutreffende Analogposition selbst zu bestimmen. Ausgewählte Beschlüsse: · Berechnungsfähigkeit des Operationsmikroskops Der Zuschlag für die Anwendung des Operationsmikro- skops ist nur für die in der GOZ-Nr. 0110 abschließend auf- gezählten Gebührenpositionen berechnungsfähig. Eine analoge Anwendung dieser Zuschlagsposition oder an- derer GOZ-Positionen für die Verwendung des Operations- mikroskops bei anderen als den in GOZ-Nr. 0110 bezeich- neten Leistungen kommt nicht in Betracht. Wird eine nicht zuschlagsfähige Leistung erbracht, die aufgrund einer dar- zulegenden Schwierigkeit oder Zeitaufwand den Einsatz des Operationsmikroskops erfordert, kann dies mittels der §§ 5 beziehungsweise 2 GOZ abgebildet werden. · Stillung einer übermäßigen Blutung Die GOZ-Nr. 3050 ist im Rahmen der dentoalveolären Chi- rurgie gegebenenfalls als selbstständige Leistung zusätzlich berechenbar, wenn die Blutung das typische Maß bei dem Eingriff deutlich übersteigt und eine Unterbrechung der ei- gentlichen operativen Maßnahme erfordert. In allen ande- ren Fällen sind Blutstillungsmaßnahmen (auch größeren Um- fangs), die ortsgleich mit chirurgischen Leistungen erfolgen, Bestandteil der jeweiligen Hauptleistung und dürfen nicht gesondert nach Nr. 3050 berechnet werden. Dies gilt auch für die chirurgischen Leistungen aus der GOÄ, die für den Zahnarzt gemäß § 6 Abs. 2 GOZ geöffnet sind. · Adhäsive Wurzelfüllung Die GOZ-Nr. 2197 ist bei adhäsiver Befestigung der Wurzel- füllung neben der Nr. 2440 zusätzlich berechnungsfähig. · Trennung von Liquidation und Erstattung Bestimmungen, die tarifbedingte Vertragsbestandteile des Versicherungsvertrages im reinen Innenverhältnis zwischen Fortsetzung nächste Seite Praxis BZB Januar/Februar 1627

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