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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - Gut vorbereitet in die eigene Praxis

BZB Januar/Februar 16 Praxis 30 BLZK Früher oder später stellt sich jeder Zahnarzt diese Frage: Lohnt sich für mich die Niederlassung in eige- ner Praxis? Mit einem klaren „Ja“ antwortet Dipl.-Betriebswirt Hans Rothammer. „Wenn man ausschließ- lich die Rahmenbedingungen be- trachtet, hat es vermutlich in den letzten 20 Jahren keinen günstige- ren Zeitpunkt gegeben, sich als Zahnarzt niederzulassen“, betont der Steuerberater. Allerdings sollte das „Projekt Existenzgründung“ mit einer gründlichen Markt- und Wett- bewerbsanalyse beginnen. Der Branchenvergleich der DATEV zeigt, dass eine zahnärztliche Einzelpraxis ohne Labor im Jahr 2014 durchschnittlich 489.000 Euro Umsatz und 170.000 Euro Gewinn vor Steuern erzielte. Bei Ge- meinschaftspraxenbetrugderdurchschnittliche Um- satz 1,04 Millionen und der Gewinn 407.000 Euro. Das sind Werte, die im Vergleich zu anderen Frei- beruflern im oberen Drittel liegen und sich wegen der nachfolgend beschriebenen Entwicklungen wei- ter zum Positiven verändern werden. Die Altersstruktur von Zahnärzten, die in eigener Praxis tätig sind, wird aller Voraussicht nach dazu führen, dass in den nächsten zehn Jahren eine Viel- zahl von Praxen – vor allem außerhalb der Bal- lungsräume – ohne Nachfolger schließen werden und es dadurch zu einer Marktbereinigung kommen wird. Dies wiederum eröffnet Chancen für Existenz- gründer. Weggefallene Zulassungsbeschränkun- gen bieten zusätzliche Optionen für gezielte Praxis- neugründungen beziehungsweise -übernahmen durch temporär angelegte Berufsausübungsgemein- schaften mit den Abgebern. Damit verbunden ist die Sicherung des vorhandenen Patientenstamms. Neugründung oder Übernahme? Bevor Zahnärzte den Schritt in die Selbstständig- keit wagen, sollten sie folgende Frage für sich be- antworten: Was spricht für eine Neugründung, was für eine Übernahme? Eine ganz entscheidende Rolle spielt die Standortwahl. Die Struk- tur, das Alter, der Versichertenstatus und das Einkommen der Patienten amStandortbeeinflussenmaßgeblich das zukünftige Einnahmepotenzial der Praxis. Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz einer Praxis ist auch ihre Erreichbarkeit: Gibt es in der Nähe Parkplätze? Ist die Praxis an den öffentlichen Personennahver- kehr angeschlossen? Hat das Ge- bäude einen Aufzug? Und nicht zu- letzt: Wird sich die Standortqualität verschlechtern oder verbessern? In keinem Fall sollte man den Kauf der Praxisimmobilie in Erwägung ziehen, da dies am Ende der Berufstätigkeit zu einer enormen Steuerbelastung führt und die Praxis zu- dem dauerhaft an einen Standort bindet. Für eine Übernahme spricht das Vorhandensein eines Pa- tientenstamms, der sich durch Vorlage der letzten Jahresabschlüsse nachweisen lässt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Praxiskäufer kann auf personelle und organisatorische Strukturen aufbauen. Dies sollte jedoch kritisch hinterfragt werden, da es manchmal auch eine Belastung sein kann, alte Strukturen mit neuen Konzepten zu verbinden. Steuervorteil nicht überschätzen Wer herausfinden will, ob der Kaufpreis angemes- sen ist, sollte in dieser Rechnung auch die erforder- lichen Nachinvestitionen berücksichtigen. In den meisten Fällen scheitern Praxisübernahmen an ver- alteten Einrichtungen. Wenn die Gesamtinvestition niedriger oder nur unwesentlich höher als eine Neu- gründung ist, steht einer Übernahme nichts im Wege. Für eine Neugründung spricht die Möglichkeit, mit einer technisch hochwertigen Ausstattung in neue Räume zu ziehen und damit die Konkurrenzfähig- keit gegenüber bestehenden Praxen zu erhöhen. Dabei stellen sich mehrere Fragen nach dem Inves- titionsumfang: Was wird mindestens benötigt? Was ist wirtschaftlich sinnvoll? Was kann nachgerüstet werden? Nicht alles, was wünschenswert wäre, ist am Ende auch notwendig und sinnvoll. Gut vorbereitet in die eigene Praxis Bei der Niederlassung ist eine gründliche Marktanalyse das A und O Dipl.-Betriebswirt Hans Rothammer ist Steuerberater und Mitinhaber der Kanzlei Von Düsterlho, Rothammer und Partner in Regensburg. Foto: privat

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