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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - VFB-Informationen

1/2016 Humangenetiker Prof. Markus Hengstschläger bei derVFB-Delegiertenversammlung Kritik an der deutschen Durchschnittsgesellschaft VFB-Vize von Gaffron und Schwab in ihren Verbänden wiedergewählt Von der elektronischen Steuererklärung zum papier- losen Steuerbescheid www.freieberufe-bayern.de Zitat »Europa ist und bleibt ein Dauerthema.« Dr. HorstVinken, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe Er kritisierte, dass sich die Gesell- schaft in der heutigen Zeit viel zu sehr mit dem Durchschnitt zufrieden gibt. »Wir müssen wieder dieTalente entdecken: Der Durschnitt hat noch nie etwas Innovatives geleistet«, so Hengstschläger und folgert: »Jeder hat spezielle, individuelleTalente. Aber wir leisten es uns zugunsten des Durchschnitts, dieseTalente nicht zu fördern.« Stattdessen fördere unsere heutige Leistungsgesellschaft lieber den durchschnittlichen Alleskönner – außergewöhnliche Stärken würden häufig nicht nur nicht gefördert, son- dern oft sogar als störend empfunden. Dr. Fritz Kempter, Präsident des Verbandes Freier Berufe in Bayern Editorial Das Jahr 2016 beginnt eigentlich para- dox:Während die EU-Staaten inner- halb des Schengen-Raumes drauf und dran sind, ihre physischen Grenzen zur Abwehr des Flüchtlingsstroms wieder hochzuziehen, entwickelt die EU-Kommission – auf Kosten freiberuf- licher Berufsrechte – das Europa ohne Grenzen für Dienstleistungen und Investoren. Für die Berufsverbände der Freien Berufe heißt das, noch mehr zu mobilisieren und den Angriffen auf die Selbstverwaltung entgegenzu- treten. Es wäre fatal, wenn dieWerte der Freiberuflichkeit auf dem Altar europäischer Gleichmacherei geopfert würden.Wenn Qualität und das hohe Niveau freiberuflicher Dienstleistun- gen »by the way« verloren gehen, während sich alles auf die Flüchtlings- krise fokussiert.Wir müssen weiter dafür kämpfen, dass das Fremdkapi- talverbot für die Freien Berufe nicht in Frage gestellt wird, um den Einfluss Berufsfremder zu vermeiden und die Unabhängigkeit sicher zu stellen. Das System der Kosten- und Honorar- ordnung darf nicht in Frage gestellt werden. Es sichert eine qualitativ hochwertige Leistungserbringung zu bezahlbaren Preisen. Die wirtschafts- rechtliche Ordnung der Freien Berufe mit der Selbstverwaltung der Kam- mern und den jeweiligen Berufsgeset- zen ist Garant für den wertvollen Bei- trag der Freien Berufe für das Gemein- wohl. In Bayern ist die Zahl der bei den Freiberuflern beschäftigen Arbeitneh- mer in fünf Jahren um 20 Prozent auf mehr als eine halbe Million gestiegen. DerVerband Freier Berufe in Bayern wird mit der Unterstützung einer brei- ten Landtagsmehrheit weiter dafür kämpfen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. »Wenn Ihr Kind mit einem ›Sehr gut‹ und vier ›Ungenügend‹ nach Hause kommt, dann wird ihm gesagt: In dem einen Fach bist du eh schon gut, aber da, wo du die vier ›Ungenügend‹ hast, musst du jetzt am meisten tun« unter- mauert der 47-jährigeWissenschaftler seineThese. Im Ergebnis führe dies dazu, dass das Kind am Ende Durch- schnitt ist – dort, wo es viel gelernt hat, aber auch dort, wo es davor sehr Das Präsidium desVerbandes Freier Berufe in Bayern auf der Delegiertenversammlung mit Prof. Dr. Hengstschläger (Mitte) »DieVergangenheit war gut, die Gegenwart ist auch nicht so schlecht – und der Irrtum, dem wir uns zur Zeit verschreiben, ist zu glauben, dass die Zukunft zu lösen ist, wenn alles so bleibt, wie es im Durchschnitt bisher ist. Aber die Zukunft bringt neue Fragen«. Mit dieser provokanten Feststellung konfrontierte der österreichische Humangenetiker Prof. Dr. Markus Hengstschläger die mehr als 120 Gäste bei der Delegiertenversammlung desVerbandes Freier Berufe.

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