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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

Dr. Hartmut Schwab,Vizepräsident der Bundessteuerberaterkammer und Präsident der Steuerberaterkammer München VFB-Vizepräsident Dr. Hartmut Schwab zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens Von der elektronischenSteuererklärung zum papierlosen Steuerbescheid Das Bundeskabinett hat im vergangenen Dezember den Regierungsentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens beschlossen. Damit möchte, so Dr. Hartmut Schwab,Vizepräsident desVerbandes Freier Berufe in Bayern,Vizepräsident der Bundessteuerberaterkammer und Prä- sident der Steuerberaterkammer München, die Finanzverwaltung die Effizienzpotenziale der Digi- talisierung und der modernen Kommunikationstechnologien nutzen. Unter anderem sieht das Gesetz ein ausschließlich EDV-gestütztes Besteuerungsverfahren vor. Die vollständige Umsetzung des papierlosenVerfahrens soll voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Den Steuerbera- ter ersetzt das aber noch lange nicht. Erstellung der Steuererklärung durchVorlage einer erteilten Vollmacht wird nunmehr gesetz- lich geregelt; Steuerberater, Rechtsanwälte undWirtschafts- prüfer genießen insoweit einen Vertrauensvorschuss. Der vom Gesetzgeber ver- folgte Zweck sind freilich nicht nur ein verbesserter Service für den Steuerbürger und eine zeitgemäße Kommunikation mit Behörden. Hintergrund dieser Zukunftsmusik ist vor allem der Personalabbau beim Staat. Ob sich mit derVerfahrensmoderni- sierung tatsächlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen las- sen, wird sich zeigen. Seit jeher sprechen sich die Freien Berufe für den Bürokratieabbau aus. Die Steuerberater stehen der Verfahrensmodernisierung offen gegenüber. Der Preis des Büro- kratieabbaus darf aber nicht die Benachteiligung des Steuer- pflichtigen und seines Beraters sein. Der dem Regierungsent- wurf vorangegangene Referen- tenentwurf sowie der Diskus- sionsentwurf waren in hohem Maße korrekturbedürftig. Die Vorteile der Modernisierung bestanden danach nur für die Finanzverwaltung. Der Berufs- stand hat sich daher für ein Gleichgewicht auf beidenSeiten deramBesteuerungsverfahren Beteiligteneingesetzt.Der Ent- wurf verdankt seinen jetzigen Inhalt dem Einsatz der unter- schiedlichen Interessenvertre- tungen, insbesondere dem der Bundessteuerberaterkammer. Die Diskussion war in großen Teilen erfolgreich, einige Ände- rungsvorschlägeunseresBerufs- standes wurden aufgenommen. Der Steuergesetzgeber will mit der angestrebtenVerfah- rensmodernisierung einen aus- schließlich digitalen Besteue- rungsprozess auf die Beine stel- len. Derzeit sind die Abgabe der Steuererklärung über ELSTER sowie die Abgabe der E-Bilanz elektronisch möglich. Neben- schauplätze der Erklärungen, wie beispielsweise der Steuer- bescheid oder das Einspruchs- verfahren, ergehen nach wie vor in Papierform. Dies soll bald der Vergangenheit angehören. Doch damit nicht genug! Auch die Be- arbeitung der Steuererklärung selbst soll derTechnik überlas- sen werden. Die Steuererklä- rung soll künftig nicht mehr der Sachbearbeiter, sondern der Computer überprüfen. Auffäl- lige Erklärungen werden im automatisationsgestützten Verfahren mittels Risikofilter ausgesiebt und erst dann einem Finanzbeamten vorgelegt. Alle übrigen Erklärungen führen dann unmittelbar zum elektro- nischen Steuerbescheid. Festzuhalten bleibt, dass das vollständig elektronische Be- steuerungsverfahren mitnichten einen Steuerberater ersetzt. Dort, wo die Steuergesetze kom- plex sind, wird auch ein moder- nes EDV-gestütztesVerfahren keine Erleichterung der steuer- lichenVorschriften mit sich brin- gen. Die geplanteVerfahrens- modernisierung strahlt auch auf die Steuerberaterebene aus: Steuerlich beratene Mandanten erhalten eineVerlängerung der Erklärungsfristen auf den 28. Februar des Zweitfolgejah- res. Der ausnahmsweise Nach- weis der Bevollmächtigung zur In einigen Punkten überzeugt der Regierungsentwurf den Be- rufstand aber immer noch nicht. Auf Kritik stoßen derzeit immer noch die Regelungen zu den Risikomanagementsystemen oder die Bearbeitungsfristen für vorab angeforderte Steuer- erklärungen. Die Bundessteuer- beraterkammer wird sich auch in diesem Jahr in die Diskussion weiter einbringen und an ihren noch nicht berücksichtigten Änderungsvorschlägen fest- halten. Abzuwarten bleibt, inwieweit sich diese im späte- ren Gesetz wiederfinden. Dr. Hartmut Schwab,Vizeprä- sident desVerbandes Freier Berufe in Bayern, ist von der Mitgliederversammlung der Steuerberaterkammer München für fünf weitere Jahre zum Präsi- denten gewählt worden. »Ich freue mich, dass ich mich auch zukünftig für die Belange unse- rer 12.000 Kammermitglieder einsetzen darf.Vor allem im Be- reich Digitalisierung gilt es, sich stetig weiterzuentwickeln und für unsere Mitglieder und deren Mandanten die besten Arbeits- grundlagen zu schaffen«, hob Schwab nach derWahl hervor. Eine weitere zentrale Aufgabe aus Sicht des Präsidenten ist die Nachwuchsförderung. »Wir arbeiten in einem spannenden und vielfältigen Berufsfeld, deshalb ist es wichtig, den Beruf für die Fachkräfte von morgen attraktiv zu machen.«Weiterhin betonte er, dass durch Kampa- gnen wie »Mehr als du denkst« und »Steuerberatung 2020« Kanzleien aktiv von der Steuer- beraterkammer München bei der Nachwuchsgewinnung un- terstützt werden. Schwab ist seit 2006 Präsi- dent der Steuerberaterkammer München. Seit 2002 ist der ge- bürtige Augsburger alsVizeprä- sident desVerbandes der Freien Berufe Bayern tätig und beklei- det außerdem seit 2003 ehren- amtliche Funktionen in der Bundessteuerberaterkammer. Im Herbst wurde er für vier weitere Jahre im Amt desVize- präsidenten der Bundessteuer- beraterkammer bestätigt. Schwab wieder Präsident der Steuerberaterkammer

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