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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

nommen, denn nur so kann die periimplantäre Gingiva nach einer Zahnextraktion optimal ge- stützt werden. Der maximale Erhalt des Weichge- webes vom ersten Tag der Sofortimplantation an gelingt, wenn die Gingiva weder gepresst wird noch durch fehlende Unterstützung kollabiert. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das möglichst zeit- nahe Einsetzen des definitiven Zirkonoxid-Abut- ments. Der Vorteil für den Heilungsprozess liegt darin, dass das Abutment im optimalen Fall nie wieder entfernt werden muss. Lediglich die provi- sorische Krone wird nach der Einheilzeit von drei bis sechs Monaten gegen die definitive Keramik- krone ausgewechselt. Für die periimplantäre Gin- giva bedeutet das eine ungestörte Abheilung ohne mehrfachen Abutmentwechsel. Studien haben gezeigt, dass mit jeder periimplan- tären Intervention die Anhaftung des Weichgewe- bes zerstört wird, was sowohl zu Weichgewebs- verlust als auch zu gesteigertem marginalen Kno- chenverlust führen kann [21]. Mithilfe digitaler Produktionstechniken ist es heute sogar möglich, individuelle Zirkonoxid-Abutments noch am Ope- rationstag herzustellen und wenige Stunden nach der Implantation definitiv zu verschrauben. Eine Fünf-Jahres-Analyse von 95 Sofortimplantaten im Oberkiefer-Frontzahnbereich, die mittels Copy- Abutment sofortversorgt wurden, konnte zeigen, dass der durchschnittliche Pink Esthetic Score 12,6 Punkte (von 14 möglichen) betrug [22], was eine signifikante ästhetische Verbesserung gegen- über der Ausgangssituation mit dem natürlichen Zahn darstellte. Spätimplantate dagegen zeigten generell einen geringeren Pink Esthetic Score von 10,8 Punkten nach zwei bis drei Jahren [23]. Die größten Unterschiede lassen sich vor allem hin- sichtlich Alveolarkammkontur und Papillenaus- prägung beobachten. Fazit Die Sofortimplantation ist ein in der Literatur umfangreich untersuchtes und evidenzbasiertes Behandlungskonzept zur Sofortversorgung von Einzelzähnen im ästhetischen Bereich. Die Resul- tate in der Literatur decken sich mit den klini- schen Erfahrungen an der Akademie für Orale Im- plantologie in Wien: Bei Sofortimplantation zur festsitzenden Versorgung des Leerkiefers auf vier bis sechs Implantaten (1 797 Implantate im Ober- kiefer und 1 323 Implantate im Unterkiefer) kann kein erhöhtes Risiko im Vergleich zur Spätimplan- tation bemerkt werden [24]. Parodontitis-Patien- ten zeigen jedoch einen signifikant erhöhten peri- implantären Knochenabbau (1,9mm statt 0,8mm) nach etwa fünf Jahren Beobachtungszeit [25]. Im Unterschied dazu ist bei Einzelzahnimplantaten im Frontzahnbereich mit Sofortversorgung (841 Im- plantate) die Frühverlustrate um etwa 3 Prozent höher als bei verzögerter Implantation. Die guten ästhetischen Ergebnisse von Sofortimplantaten in diesem Bereich können von Spätimplantaten je- doch nur selten erreicht werden. Korrespondenzadresse: Univ.Prof.Dr.Georg Mailath-Pokorny Prim.Dr.Rudolf Fürhauser Priv.Doz.Dr.Bernhard Pommer Akademie für Orale Implantologie Lazarettgasse 19/DG 1090 Wien/Österreich pommer@implantatakademie.at Literatur bei den Verfassern Wissenschaft und Fortbildung BZB Januar/Februar 16 55 Anzeige Charlie Chaplin hinterließ der Welt filmische Meisterwerke voller Witz, Parodie und Melancholie. Auch wenn Sie kein berühmter Schauspieler sind: Sie können etwas Bleibendes für die Nachwelt schaffen. Mit einem Testament oder einer Stiftung zugunsten von UNICEF. Wir informieren Sie gern: Deutsches Komitee für UNICEF, Höninger Weg 104, 50969 Köln, Tel. 0221/93650-252, www.unicef.de. bis sechs Implantaten (1797 Implantate im Ober- kiefer und 1323 Implantate im Unterkiefer) kann Wissenschaft und Fortbildung BZB Januar/Februar 1655

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