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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

BZB Januar/Februar 16 Wissenschaft und Fortbildung 62 Augmentation kleiner Defekte mit intraoralen Knochenblöcken In Fällen mit vertikalem Knochendefizit und/oder zu schmalem Alveolarkamm, was eine primärsta- bile Implantatinsertion nicht zulässt, ist es not- wendig, zunächst eine Auflagerungsosteoplastik durchzuführen. Der Kieferwinkel, das Kinn oder der Tuberbereich dienen als potenzielle Spenderregion für Knochenblöcke oder -schalen, wobei dem Kie- ferwinkel das größte Potenzial eingeräumt wird [6,43,45,47]. Die Nähe von Entnahme- und Emp- fängerregion hat gegenüber der ortsfernen Trans- plantation den Vorteil, zeitsparender zu sein und die Entnahmemorbidität zu senken [53]. Nach Darstellung der Empfängerregion und Entnahme des Transplantats aus der Spenderregion werden die Größe und Form des Knochenblocks möglichst exakt dem Defekt angepasst, sodass eine möglichst großflächige Knochenanlagerungsfläche zur er- folgreichen Revaskularisierung gewährleistet wer- den kann [44,47]. Eine Alternative bietet die Schalentechnik, bei der das Transplantat in einer Größe entnommen wer- den sollte, die die Defektbreite überschreitet [54,58]. Die Schale erfüllt den Zweck einer nicht resorbier- baren Membran mit hoher Stabilität und schafft einen Binnendefekt [6,58], der mit Eigenknochen- spänen oder Knochenersatzmaterial gefüllt wird. Dies beschleunigt das Einsprossen von Gefäßen. Eine weitere Alternative bietet die Herstellung von patientenspezifischen xenogenen oder alloplasti- schen Blöcken. Diese haben sich jedoch als weni- ger vorhersagbar erwiesen [39,51]. Für alle drei Techniken ist die bewegungsfreie Fi- xation des Transplantats notwendig. Eine Eigen- beweglichkeit des Transplantats, ebenso wie eine Überbelastung des augmentierten Bereichs durch Provisorien, führen häufig zum Verlust des Aug- mentats [6,55]. Ein spannungsfreier Wundverschluss ist obligat, um Wunddehiszenzen und Infektionen zu verhindern [43]. Rekonstruktion mittelgroßer Defekte mithilfe eines autologen Beckenkammtransplantats Größere Defekte mit vertikalem und horizontalem Defizit, beispielsweise infolge eines Traumas oder einer Tumorresektion (Kastenresektion oder gering dimensionierte Kontinuitätsresektion des Kiefers), können durch freie, nicht gefäßgestielte Transplan- tate aus dem Beckenkamm rekonstruiert werden Abb. 1a bis e: Auflagerungsplastik am Unterkiefer nach tumorbeding- ter Kastenresektion mittels monokortikalem Beckenkamm. Ausgangs- situation nach Tumorresektion (a), aufgelagerte monokortikale Späne aus dem Beckenkamm (b), Implantatinsertion (c), das entnommene Transplantat (d) sowie die definitive prothetische Versorgung auf Druckknöpfen und zusätzlicher Verankerung mit Klammern (e). a b c e d

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