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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016 - LAGZ-Herbstfortbildung im Kloster Banz

BZB Januar/Februar 16 Wissenschaft und Fortbildung 68 Verschiedene Workshops, Vorträge und Zeit zum Erfahrungsaustausch bot die LAGZ ihren Zahnärz- ten sowie Prophylaxe-Helferinnen im Rahmen ihrer Herbstfortbildung im Kloster Banz. Den aktuellen Forschungsstand zu Molaren-Inzisi- ven-Hypomineralisationen (MIH) präsentierte Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer, Gießen. Typische Kennzei- chenderMIHsindstarkeSchmerzen–ausgelöstdurch die Hypersensibilität der zum Teil stark entminera- lisierten Zahnoberflächen –, Schmelzfrakturen, Fül- lungsverluste, Sekundärkaries und vor allem eine starke Temperatur- und Berührungsempfindlichkeit. Besonders tückisch ist, dass die Krankheit auch Kinder mit bislang kariesfreien, gepflegten Zähnen betreffen kann. Es gilt, die MIH frühzeitig zu be- handeln und den Schmerz auszuschalten. Dr. h.c. Susanne Codoni, Allschwil, gab einen Überblick über das orofaziale System im Kontext der kindlichen Gesamtentwicklung. Die Schweizer LogopädinundBegründerindesganzheitlichen Kon- zepts der körperorientierten Sprachtherapie (k-o-s-t) zeigte anhand vieler Beispiele die funktionalen Zu- sammenhänge im gesamten Körper auf. Sie plä- dierte für die Einbeziehung medizinischer Nach- bardisziplinen und eine fächerübergreifende Zu- sammenarbeit in der Therapie. Ihr Tipp für eine er- folgreiche Gruppenprophylaxe: authentisch blei- ben, freundlich auf die Kinder zugehen und nicht versuchen, ihnen etwas „überzustülpen“. Kinder beobachten ständig und ahmen nach. Das Mit- und Vormachen ist daher immer die beste Lösung. Glitzerzähne und Puppenzauber Sybille van Os-Fingberg, Berlin, demonstrierte den Teilnehmern, wie man durch gemeinsames Bas- teln und Reimen spielerisch einen Zugang zu den jüngsten Kita-Kindern bekommt. Mundgesundheit ist auch für die Kleinen ein spannendes und wich- tiges Thema. Spiele und etwas Schabernack sind gute Wege, sich das Interesse der Kinder zu sichern. Die Referentin gab in ihrem Workshop viele Anre- gungen, an denen sich die LAGZ-Zahnärzte und Prophylaxe-Helferinnen beim Besuch von Kitas orientieren können. Neue Geschichten für das Augen-Ohren-Kino Kinder lieben Geschichten. Das LAGZ-Erzählkino mit den liebevoll entworfenen Bildtafeln rund um die Zahngesundheit hat sich deshalb in der Grup- penprophylaxe sehr erfolgreich etabliert. Es eignet sich besonders gut, um mit den Kindern im Dialog zu bleiben und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dr. Norbert Kober, München, Erfinder des „Augen- Ohren-Kinos“, ermutigte die Workshopteilnehmer, selbst neue Geschichten zu erfinden, und ließ ihnen in der Gruppenarbeit genug Raum, um ihre Ideen sofort in die Tat umzusetzen. Die Aktionen „Löwenzahn“ und „Seelöwe“ sind die Flaggschiffe der LAGZ-Arbeit. Die Kinder sind in der Regel begeistert dabei. Wenn alle – LAGZ- Zahnärzte, Prophylaxe-Helferinnen, Eltern und Pädagogen – mitmachen, schaffen es Kitas und Schulklassen, dass alle Kinder zweimal im Jahr zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen und zusätz- lich noch ihre Löwenzahnkarte beziehungsweise ihren Seelöwenaufkleber abgeben. In Banz beka- men die Seminarteilnehmer einen Einblick in die Organisation und den Ablauf der beiden Aktio- nen. Referent Gerd Maas, Söchtenau, betonte vor allem die Wichtigkeit der LAGZ-Zahnärzte für das Gelingen der Aktionen. Viel Neues für LAGZ-Zahnärzte und Prophylaxe-Helferinnen LAGZ-Herbstfortbildung im Kloster Banz Ein Bericht von Petra Stemmler, LAGZ München Foto: LAGZ Sybille van Os-Fingberg erklärte den Teilnehmern, wie man spiele- risch einen Zugang zu den jüngsten Kita-Kindern bekommt.

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