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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2016

grund der derzeit laufenden Novellierung der Ge- bührenordnung für Ärzte (GOÄ). Den Ärzten droht damit eine unmittelbare Einflussnahme der Priva- ten Krankenversicherung auf die Honorierung ih- rer Leistungen, was von der Zahnärzteschaft bei der GOZ-Novelle im Jahr 2011 erfolgreich abge- wehrt wurde. Die Aktivitäten der EU-Kommission zur Deregulierung der Dienstleistungsmärkte geben ebenfalls Grund zur Sorge. Die Kommission hinter- fragt insbesondere die Gebührenordnungen der Ar- chitekten und Ingenieure (HOAI) sowie der Steuer- berater (StBVV). Diese stellen – aus Sicht der EU – eine schwerwiegende und nicht gerechtfertigte Be- hinderung der Niederlassungs- und Dienstleis- tungsfreiheit dar. Im Juni 2015 hat die EU aus die- sem Grund ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Erneut mahnte Berger die lange überfällige Novellierung der zahnärztlichen Approbationsordnung an. Die qualitätsorientierte Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin dürfe nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden, so der BLZK-Präsident. „Das alles sind Aufgaben und Herausforderungen, auf die wir unsere Kräfte konzentrieren müssen“, mit diesen Worten gab der Präsident der BLZK die Richtung für die Diskussion über die Schwerpunkte der Kammerarbeit vor. Die enge und vertraute Zu- sammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer sei eine wichtige Grundlage, um Probleme gemein- sam anzugehen. Dies betonte Berger ebenso wie Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK und Vorstandsmitglied der BLZK. „Wir können die Anliegen der Zahnärzteschaft am besten in enger Zusammenarbeit bewältigen. Nur so finden wir Zahnärzte als kleine Berufsgruppe in Berlin und auch auf EU-Ebene überhaupt Gehör“, so Benz. Leuchtturm-Projekte überstrahlen Querelen Die Konzentration auf die großen politischen The- men brachte die Vollversammlung 2015 in ein ruhiges Fahrwasser. Im Vorfeld hatte es zunächst ganz anders ausgesehen. Schon allein die Zahl der zur obligatorischen Fragestunde eingereichten Fra- gen nährte die Befürchtung, dass sich der Streit der standespolitischen Gruppierungen Freier Verband Deutscher Zahnärzte, Landesverband Bayern (FVDZ Bayern), und Zukunft Zahnärzte Bayern (ZZB) – aus- getragen in den beiden letzten Vertreterversammlun- gen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns – auch auf den Verlauf der BLZK-Vollversammlung auswirken würde. Die von einzelnen ZZB-Delegierten eingereichten Fragenblöcke – unter anderem zum Neubau der BLZK, zur eazf, zur Arbeit in einzelnen Referaten und zur Kooperation der beiden Schwes- terkörperschaften beim Bayerischen Zahnärztetag – wurden durch die beiden Geschäftsführer der BLZK, Rechtsanwalt Peter Knüpper und Dipl.-Volkswirt Stephan Grüner, lückenlos abgearbeitet. Dr. Cornelius Haffner stellte als Vertreter von ZZB die Beweggründe für den Fragen-Marathon klar. Der an die 100 Fragen umfassende Katalog habe der „sachbezogenen standespolitischen Arbeit der Opposition“ im Parlament der bayerischen Zahn- ärzte gedient. Ausdrücklich dankte er der Verwal- tung der Kammer für deren hervorragende Arbeit im Interesse der bayerischen Zahnärzteschaft. Abschließend appellierte BLZK-Vizepräsident Dr. Rü- diger Schott an die ZZB-Opposition, den Blick auf die von Präsident Berger und BZÄK-Vizepräsident Benz angeführten Aufgaben und Leuchtturm-Pro- jekte zu richten und „die standespolitischen Que- relen“ endlich hinter sich zu lassen. Offenbar war damit erstmal „ausgestritten“. Richtschnur für die Zukunft Einstimmig wurde der Leitantrag „Zukunftsaufga- ben der BLZK“ verabschiedet, den der Vorstand auf den Weg gebracht hatte. Der Leitantrag formuliert Kernpositionen zu den aktuellen Herausforderun- gen der Praxen. Darüber hinaus benennt der Vor- stand darin Zukunftsaufgaben für die zahnärztli- che Selbstverwaltung, die sich jetzt bereits deutlich abzeichnen. An erster Stelle der zehn Aufgabenpositionen steht die Unterstützung der Zahnärzteschaft durch Vor- stand und Verwaltung der Kammer bei der wirt- schaftlichen und eigenverantwortlichen Praxis- führung – auch im Hinblick auf die Honorierung Politik BZB Januar/Februar 16 7 BLZK Dr. Cornelius Haffner bezog Stellung zum Fragenkatalog von ZZB und er- läuterte die Beweggründe. Dr. Rüdiger Schott, Vizepräsident der BLZK, forderte ein Ende der standes- politischen Querelen. Politik BZB Januar/Februar 167

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