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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017 - Datenautobahn bleibt Dauerbaustelle – E-Health kommt nur langsam in Fahrt

Datenautobahn bleibt Dauerbaustelle E-Health kommt nur langsam in Fahrt Von der Sackgasse auf die Datenautobahn: Dieses Ziel strebt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Nutzung der elektro- nischen Gesundheitskarte (eGK) an. Obwohl der CDU-Politiker mit dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ aufs Tempo drückt, geht es vielen E-Health-Experten nicht schnell genug. Zahnärzte warnen indes vor einer „totalen Digi- talisierung des Medizinbetriebs“ und sehen den Datenschutz in Gefahr. „Mit einer effizienten Auswertung von Patienten- und Gesundheitsdaten wären wir in der Lage, die Versorgung in Deutschland deutlich zu ver- bessern“, betonte Prof.Dr.Wilhelm Stork bei der Konferenz „Big Data konkret“ in Berlin. Die „Ärzte Zeitung“ zitierte den Fachmann für Smart-Data- Begleitforschung und Direktor am FZI Forschungs- zentrum Informatik wie folgt: „Hätten wir die Dia- gnosen und Behandlungsdaten von 80 Millionen Bürgern zuzüglich Daten zum Gesundheitsstatus, könnten wir wissenschaftlich belegen, welche Maß- nahmen bei welchen Erkrankungen am effizien- testen wirken.“ Einen Schritt weiter ging der Direktor des Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, Prof.Dr.Jo- sef Hilbert. Er warnte bei einer Sitzung des Kurato- riums Gesundheitswirtschaft davor, dass Deutsch- land den Anschluss an den Weltmarkt verlieren könnte. „Bei der Digitalisierung im Gesundheits- wesen bekommt die Branche ihre PS nicht auf die Straße“, sagte er dem Ärztenachrichtendienst. Auch in puncto Steuerung der Versorgungsstruktu- ren hinke das deutsche Gesundheitswesen Ländern wie Österreich und den Niederlanden hinterher, kritisierte Hilbert. Dies betreffe sowohl die elek- tronische Patientenakte als auch E-Health-Platt- formen. Da solche Neuerungen immer noch nicht umgesetzt seien, müssten viele Untersuchungen wiederholt werden. Laut Hilbert wäre dies gar nicht notwendig, wenn die Daten auf einer elek- tronischen Gesundheitskarte gespeichert wären. Leidtragender sei der Patient, „der am Ende weni- ger Gesundheit bekommt“. Vorläufiges Ende einer Pannenserie Immerhin sieht Bundesgesundheitsminister Her- mann Gröhe bei der Schaffung der Telematik-Infra- struktur inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Nach einer beispiellosen Pannenserie starteten Ende letzten Jahres die ersten Online-Tests in der Testregion Nordwest (Schleswig-Holstein, Nord- rhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz). 23 Praxen von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten sowie ein Krankenhaus probierten aus, wie der Abgleich der Stammdaten eines Versicherten funktio- niert. Insgesamt sollen in der Testregion 500 Praxen und fünf Krankenhäuser den Online-Datenabgleich mit der eGK testen. Weitere 500 Praxen und Kranken- häuser werden im Laufe des Pilottests in der Testre- gion Südost (Sachsen und Bayern) hinzukommen. Beim Versichertenstamm- daten-Management kön- nen (Zahn-)Ärzte in Echt- zeit überprüfen, ob die auf der eGK gespeicherten Die Zukunft des Gesundheitswesens ist digital. Deutschland droht allerdings den Anschluss zu verlieren, warnen E-Health-Experten. Abbildung: fotolia.com/Weissblick | BZB Januar/Februar 17 | Politik 12 BLZK

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