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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017

Versichertenstammdaten aktuell sind und ob ein Versicherungsverhältnis besteht. Zwölf Jahre hinter dem Zeitplan zurück Nach den Auswertungen der Tests soll die ur- sprünglich bereits für 2005 geplante Einführung der Gesamtstruktur beginnen. Bis 2018 müssen insgesamt 217000 Praxen, 21000 Apotheken und 2000 Krankenhäuser sowie 2,3 Millionen Gesund- heitsfachberufe an die telematische Infrastruktur angeschlossen werden. Ob dieser Termin – wie im E-Health-Gesetz vorgeschrieben – eingehalten wer- den kann, ist nach derzeitigem Stand offen. Langfristiges Ziel des IT-Projekts ist der Einstieg in die elektronische Patientenakte. Mit ihr sollen sich Behandler über wesentliche Gesundheitsdaten ihrer Patienten informieren können – ein Meilen- stein gerade in Situationen, in denen es um Leben und Tod geht. So könnten zum Beispiel Notärzte bei Verkehrsunfällen mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte schnell und unkompliziert fest- stellen, welche Medikamente die verletzten Perso- nen einnehmen, welche Blutgruppe sie haben und ob sie an Vorerkrankungen leiden. Damit die Fristen eingehalten werden und der Ver- kehr auf der Gesundheitsdatenautobahn in Zukunft störungsfrei fließen kann, sieht das E-Health-Ge- setz finanzielle Anreize vor, die allerdings kaum ins Gewicht fallen. (Zahn-)Ärzte, die einen Arzt- brief elektronisch an einen Kollegen versenden, erhalten dafür 28 Cent. Für den Empfänger gibt es 27 Cent pro Brief. Dagegen müssen Praxen, die bei der Digitalisierung nicht mitmachen, ab Juli 2018 mit Vergütungskürzungen rechnen. Gröhe plant deutsches Gesundheitsportal Um noch im Jahr der Bundestagswahl punkten zu können, will der Bundesgesundheitsminister On- line-Informationen zur Gesundheit bündeln. In einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schlägt Gröhe die Einrichtung eines deut- schen Gesundheitsportals vor. „Hier müssen wir mehr tun“, schreibt er in seiner Agenda zur Digi- talisierung des Gesundheitswesens. Die Forderung des CDU-Politikers: „Wir brauchen ein deutsches Gesundheitsportal, auf dem alle wichtigen Infor- mationen rund um das Gesundheitswesen zu fin- den sind – mit hoher Qualität und zugleich ver- ständlich und leicht zu erfassen.“ Herzstück der Digitalisierung bleibt laut Gröhe die Telematik-Infrastruktur. Mithilfe der eGK ließen sich „Datenschätze heben“, so der Minister. Und weiter: „Je mehr Versorgungsdaten wir haben, um- so leichter können sie mit den persönlichen Daten einzelner Patienten abgeglichen werden. Nur so können Krankheiten oder Risiken früher und besser erkannt und behandelt werden.“ Auch die nieder- gelassenen (Zahn-)Ärzte und Kliniken müssten in der Zusammenarbeit alle Möglichkeiten des digita- len Datenaustauschs nutzen, betont Gröhe. „Neue digitale Verfahren zur Verbesserung der Patienten- versorgung sollen Mauern einreißen und Brücken zwischen den Versorgungsbereichen bauen.“ Bekenntnis zum solidarischen Gesundheitswesen Bleibt die Frage, wie ernst der Ressortchef vor dem Hintergrund des medizinischen Fortschritts im digi- talen Zeitalter die Befürchtungen vor dem „gläser- nen Patienten“ nimmt. Auch darauf gibt Gröhe in seinem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ eine klare Antwort: „Niemand darf in seinem Versicherungsschutz benachteiligt werden, wenn er bestimmte digitale Anwendungen nicht nutzen kann oder will. Unser solidarisches Gesund- heitswesen ist ein hohes Gut. Es darf durch den Fortschritt der Digitalisierung nicht infrage gestellt werden. Dafür zu sorgen, wird eine der großen Auf- gaben der Zukunft sein.“ Nicht nur an dieser Aus- sage muss sich der Bundesgesundheitsminister in Zukunft messen lassen. Thomas A.Seehuber In puncto Digitalisierung hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Foto: BMG/Jochen Zick (action press) Politik | BZB Januar/Februar 17 | 13 BLZK

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