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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017 - Umsatzsteuer in der Praxis – Was fällt darunter, was nicht?

Umsatzsteuer in der Praxis Was fällt darunter, was nicht? Die Nachricht hat viele Zahnarztpraxen ver- unsichert: Im Frühjahr letzten Jahres kündigte das Bayerische Landesamt für Steuern in einer Vorabinformation an die Bayerische Landes- zahnärztekammer verstärkte Umsatzsteuerkon- trollen an. Doch welche Praxisleistungen fallen eigentlich unter die Umsatzsteuer? Im folgenden Beitrag gibt der Steuerberater Bernhard Fuchs einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der Umsatzsteuer bei Zahnärzten. Grundsätzlich umsatzsteuerfreie Leistungen Gemäß § 4 Nr. 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) sind zahnärztliche Leistungen umsatzsteuerfrei. Diese Befreiung gilt allerdings nur, wenn es sich um so- genannte Heilbehandlungen handelt. Darunter versteht man Tätigkeiten zur Vorbeugung, Dia- gnose, Therapie und Nachbehandlung von Krank- heiten und anderen Gesundheitsstörungen. Wenn eine Heilbehandlung die Abgabe von Ma- terial oder den Einsatz von Geräten zwingend erfordert, ist dies ein sogenannter „unselbststän- diger Teil“ der Behandlung und ebenfalls steuer- frei. Das betrifft zum Beispiel die abzurechnenden Praxismaterialkosten, Implantate oder den Ein- satz der intraoralen Kamera eines CEREC-Gerätes für die Diagnose. Grundsätzlich umsatzsteuerpflichtige Leistungen Alle Leistungen eines Zahnarztes, die nicht als steuer- freie Heilbehandlung gelten, sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Beispiele dafür sind: Leistung Steuersatz Eigenlabor/CEREC 7% Materialbeistellung Fremdlabor 7% Bleaching, es sei denn, der Anlass ist die Beseitigung von behandlungsbedingten Zahnverdunkelungen (z.B. nach Wurzel- kanalbehandlungen) 19% Eingliedern von Zahnschmuck 19% Schönheitsbehandlungen 19% Verkauf von Prophylaxe-Artikeln 19% Erstellung bestimmter Gutachten 19% Tipp: Um Bleaching als umsatzsteuerfreie Heilbe- handlung einstufen zu können, ist die Dokumen- tation der Indikation erforderlich. Vorsteuerabzug Bei Ausführung umsatzsteuerpflichtiger Umsätze schuldet der Zahnarzt die entsprechende Umsatz- steuer. Andererseits kann er in Rechnung gestellte Umsatzsteuer für empfangene Leistungen, die mit umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen in Zusammen- hang stehen, als sogenannte Vorsteuer abziehen. Das heißt, er muss Umsatzsteuer nur auf den Mehr- Buchtipp Weitere Steuertipps hat der Steuerberater Bernhard Fuchs in seinem 2016 erschienenen Buch „Steueropti- mierung für Zahnärzte“ zusammen- gefasst. Als Steuerhandbuch für Zahnärzte beschäftigt es sich mit dem gesam- ten Berufsleben von Zahnmedizi- nern – von der Niederlassung über den laufenden Praxisbetrieb bis zum Praxisverkauf. Nähere Informationen gibt es im Internet: fuchsundmartin.de Bernhard Fuchs ist Steuer- berater und Mitinhaber der Kanzlei Fuchs & Martin, Würzburg und Volkach. Daneben gehört er der Bayerischen Ärzte- und Zahnärzteberatung an. Die Gesellschaft ist auf die Beratung der Heil- berufe spezialisiert. 6WHXHURSWLPLHUXQJ IU=DKQlU]WH Abbildung: Kanzlei Fuchs & Martin Foto: privat | BZB Januar/Februar 17 | Praxis 24 BLZK

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