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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017

wert (deshalb der Begriff „Mehrwertsteuer“) zwi- schen den von ihm empfangenen Eingangsleistun- gen und seinen Ausgangsleistungen bezahlen. Für Eingangsleistungen, die nicht nur mit steuerpflich- tigen Umsätzen in Verbindung stehen (z.B. Büro- material, Softwarewartung), kann die Vorsteuer im Verhältnis von steuerpflichtigen zu steuerfreien Umsätzen anteilig abgezogen werden. Kleinunternehmergrenze/ Option zur Regelbesteuerung Betragen die grundsätzlich umsatzsteuerpflichti- gen Umsätze einer Zahnarztpraxis nicht mehr als 17.500 Euro pro Jahr, entfällt die Umsatzsteuer- pflicht aufgrund der sogenannten Kleinunterneh- merregelung gemäß §19 UStG. Auf diese Erleich- terung kann der Zahnarzt durch eine „Option zur Regelbesteuerung“ verzichten. Er unterliegt dann auch als Kleinunternehmer der Regelbesteu- erung. An diese Option ist er fünf Jahre lang ge- bunden. Tipp: Die Option kann auch bei Praxen mit einem „kleinen“ Eigenlabor sinnvoll sein, wenn dieses neu ausgestattet wird und damit nennenswerte Vorsteuerbeträge vom Finanzamt zu erstatten sind. Eigenlabor Bei einem echten Eigenlabor – darunter fällt auch ein CEREC-Gerät – führt die Umsatzsteuerpflicht in vielen Fällen dazu, dass die Vorsteuer auf die Eingangsleistungen in Höhe von 19 Prozent (Edel- metalle) höher ist als die Umsatzsteuer auf die Ei- genlaborumsätze (7 Prozent). Hinzu kommt, dass die Krankenkassen beziehungsweise die Patienten die anfallende Umsatzsteuer auf Eigenlaborleis- tungen zusätzlich zu dem in Rechnung gestellten Nettobetrag bezahlen müssen. Die Umsatzsteuer- pflicht stellt also zumindest keinen wirtschaftlichen Nachteil dar. Unternehmereinheit Falls der Praxisinhaber bereits aus anderen Grün- den umsatzsteuerpflichtig ist oder die Option zur Regelbesteuerung in Anspruch genommen hat (z.B. wegen Vermietung einer Büroimmobilie oder bei Betrieb einer Photovoltaikanlage), kommt für ihn die Kleinunternehmerregelung nicht in Betracht. Tipp: Um eine Umsatzsteuerpflicht zu vermeiden, sollten gegebenenfalls der Ehepartner oder die Ehegatten gemeinsam die Photovoltaikanlage be- treiben. Umsatzsteuerpflicht bei zahnärztlichen Laborleistungen Umsatzsteuerfrei Umsatzsteuerpflichtig (ermäßigter Steuersatz von 7%) Grund Schienen und Aufbissbehelfe bei Kiefer- und Kiefergelenksbehandlungen (inklusive Modelle, Doublieren, Modelle im Artikulator) Unselbstständiger Teil der Heilbehandlung Praxismaterialkosten: Abformmaterialien wie Alginat oder Polyäther, Kunststoff für Direkt- unterfütterung einer Prothese, nicht indivi- duell hergestellte provisorische Kronen (z.B. ION-Kronen, Zinnhülsen), Glasfaserstifte, Radixanker, sonstige Stifte (z.B. parapulpäre Stifte), Kunststoff für direkte Verblendungs- erneuerung, Kunststoff zum Auffüllen von Außenteleskopen Unselbstständiger Teil der Heilbehandlung Implantate Unselbstständiger Teil der Heilbehandlung Kieferorthopädische Apparate zur Vermeidung bzw. Behandlung von Fehlstellungen Unselbstständiger Teil der Heilbehandlung Sonstige kieferorthopädische Apparate Konkurrenz zu gewerblichem Labor Zahnersatz und Kronen aus dem Eigenlabor wie Inlays, Dreiviertelkronen, Veneers, Mo- delle, Bissschablonen, Bisswälle, Funktions- löffel, individuell hergestellte provisorische Kronen etc. Konkurrenz zu gewerblichem Labor Dem Fremdlabor beigestellte Edelmetalle, Fertigteile, Zähne. Ein vorgefertigter Wurzel- stift aus ausgussfähigen Edelmetall-Legierun- gen ist ein Fertigteil. Konkurrenz zu gewerblichem Labor Praxis | BZB Januar/Februar 17 | 25 BLZK

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