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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017 - Digital Dentistry – Neue Technologien und Verfahren in Praxis und Labor

Digital Dentistry Neue Technologien und Verfahren in Praxis und Labor Ein Beitrag von Prof. Dr. Daniel Edelhof f, Priv.-Doz. Dr. Jan-Frederik Güth und Josef Schweiger, München Angesichts der ständigen Weiterentwicklungen im Bereich der digitalen dentalen Technologien ist es für den Zahnarzt nicht immer einfach, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Nachfolgend fassen die Autoren daher die neuesten Entwicklungen und Möglichkeiten zur digitalen Behandlung, Pla- nung, Konstruktion und Fertigung zusammen. Innovative Behandlungskonzepte unter Einsatz digitaler Technologien Digitale Technologien eröffnen den Zugang zu in- dustriell vorgefertigten Polymeren, deren Material- qualität solchen aus direkter Fertigung deutlich überlegen ist. Diese sogenannten CAD/CAM-Poly- mere verfügen aufgrund der optimalen Polymeri- sationsbedingungen und der hohen Homogenität über zahlreiche Vorteile. Dazu zählen eine höhere Langzeitstabilität, eine bessere Biokompatibilität und Passung, ein geringerer Verschleiß wie auch eine gegenüber keramischen Restaurationsmate- rialien günstigere CAD/CAM-Verarbeitbarkeit bei geringen Schichtstärken. Komplexe Rehabilitationen stellen für das gesamte restaurative Team eine besondere Herausforderung dar. Dies gilt vor allem, wenn die Vertikaldimen- sion der Okklusion (VDO) rekonstruiert oder neu definiert werden soll. Durch die Verfügbarkeit von CAD/CAM-Polymeren kann heute eine erhebliche Ausdehnung der Vorbehandlungsphase zur Erarbei- tung funktioneller und ästhetischer Gesichtspunkte realisiert werden. Damit werden eine zeitlich aus- gedehnte Überprüfung des Restaurationsentwurfs ermöglicht und eine hohe Vorhersagbarkeit für die definitive Rehabilitation geschaffen. Herausnehmbare zahnfarbene Okklusionsschienen aus Polycarbonat stellen heute eine interessante Alternative zu herkömmlichen Vorbehandlungs- methoden dar. Sie zeigen aufgrund der CAD/CAM- FertigungerheblichverbesserteMaterialeigenschaf- ten, die sich deutlich von herkömmlich gefertigten Schienen aus transparentem PMMA unterscheiden. Aufgrund ihrer extrem hohen Flexibilität können zahnfarbene Polycarbonatschienen ohne erhöhte Frakturgefahr auch in sehr geringen Schichtstär- ken von 0,3 mm hergestellt und eingesetzt werden (Abb. 1 und 2). Der verbesserte Tragekomfort kom- biniert mit einer akzeptablen Ästhetik führt zu einer erheblich verbesserten Compliance der Patienten im Sinne einer „23-Stunden-Schiene“. Durch die Teilung in eine Ober- und Unterkiefer- schiene bei größeren Veränderungen der Vertikal- dimension können zudem die im Wax-up festgeleg- ten ästhetischen und funktionellen Aspekte kom- plett in die Okklusionsschienen übertragen und realitätsnah wie auch reversibel über einen länge- ren Zeitraum durch den Patienten erprobt werden (Abb. 3 und 4). Dieses „Zwei-Schienen-Konzept“ er- leichtert zudem eine segmentale Umsetzung in die spätere definitive Restauration. Als besondere Vor- teile lassen sich folgende sechs Punkte herausstellen: 1. Zeitnahe und reversible Umsetzung funktioneller, phonetischer und ästhetischer Veränderungen Abb.1 und 2: Nach einem Wax-up erstellte herausnehmbare zahnfarbene Schienen aus Polycarbonat (Temp Premium Flexible, Zirkonzahn) | BZB Januar/Februar 17 | Wissenschaft und Fortbildung 50

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