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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017

vollanatomischem Cerec Zirconia können damit Kronen und Brücken mit bis zu drei Einheiten und einer maximalen mesiodistalen Spanne von 30 mm für den Front- und Seitenzahnbereich direkt in der Praxis gefertigt werden. Hervorzuheben sind die extrem kurzen Sinterzeiten, die, abhängig vom je- weiligen Volumen, bei Einzelkronen circa 10 bis 15 und bei dreigliedrigen Brücken etwa 25 Minuten in Anspruch nehmen. Die Sinterschrumpfung beträgt circa 25 Prozent (Abb. 8). Die Restaurationen können nach Ausarbeitung mit einer Glasur versehen werden. Dazu werden zu- nächst die Innenflächen der Restauration mit einer Brennpaste (SpeedPaste) gefüllt und diese auf einen Brennträger aufgesetzt (Glaze Support). Das oran- gene Glasurspray (SpeedGlaze) wird anschließend gleichmäßig aus einer Distanz von rund 10 cm auf die Außenflächen der Restauration aufgetragen (Abb. 9). Der Glasurmassebrand nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und wird ebenfalls im Speed- Fire Sinterofen durchgeführt (Abb. 10). Planung und Therapie digital – Was geht? Weiter stellt sich die Frage, welche Restaurations- materialien sich für die langzeitstabile Versorgung abrasiv und erosiv veränderter Gebisse eignen. Hierbei steht die Abrasionsbeständigkeit der ein- gesetzten Materialien über eine längere klinische Funktionsphase im Mittelpunkt des Interesses und sollte vom Anwender bei der Materialauswahl be- achtet werden. Vor diesem Hintergrund scheinen Keramiken unter klinischen Bedingungen heute noch die stabilere und abrasionsresistentere Alter- native gegenüber Hochleistungspolymeren zu sein, zumindest bei der Rekonstruktion einer abgesunke- nen Vertikaldimension der Okklusion durch die Ver- sorgung gesamter Kiefer. Gegenüber Schmelzanta- gonisten zeigen Hochleistungspolymere im Labor- versuch allerdings vorteilhaftere Abrasionswerte als beispielsweiseLithium-Disilikat-Keramiken.Somit stellt das erweiterte Materialspektrum uns Zahn- ärzte und Zahntechniker wiederum vor neue He- rausforderungen bei der Materialauswahl und wirft Fragen auf, die es zu beantworten gilt. Ein sich stets weiterentwickelndes Feld mit laufend neuen Innovationen ist die digitale intraorale Er- fassung. Aus wissenschaftlicher Sicht zeigen sich die Systeme mittlerweile auf Augenhöhe mit dem herkömmlichen Workflow, wenn sich die Erfassung auf einen Quadranten beschränkt. Bei Gesamtkie- ferabformungen trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen und das gewählte System und die an- gewandte Scanstrategie haben durchaus Einfluss auf die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit des Scanergebnisses. Ein weiterer Faktor ist die fortlaufende Verknüpfung immer weiter entwickelter digitaler Einzeltechnolo- gien, wie beispielsweise digitaler und virtueller Arti- kulatoren, digitaler Axiografiegeräte, 3-D-Röntgen- diagnostik und 3-D-Gesichtscanner, zu funktionie- renden digitalen Workflows (Abb. 11). Bisher waren diese Technologien lediglich „Insel- lösungen“ und ein Datentransfer zwischen ihnen war nur vereinzelt möglich. Aktuell entstehen ste- tig neue Schnittstellen, die es erlauben, die vorlie- genden digitalen Informationen miteinander zu verknüpfen. Dies bietet einen enormen Vorteil für die Diagnostik und Therapie. Allerdings sind die Abb.8: Die Sinterzeit beläuft sich je nach Volumen für Einzelkronen aus Zirkonoxid nur auf etwa 10 bis 15 Minuten. Die Sinterschrumpfung beträgt circa 25 Prozent. Abb.10: Der Glasurvorgang im SpeedFire Sinter- ofen benötigt nur wenige Minuten. Abb.9: Die ausgearbeitete monolithische Zirkon- oxid-Krone kann mit einer Glasur versehen werden. Dazu wird die Kroneninnenfläche zunächst mit einer Brennpaste (SpeedPaste) gefüllt und die Krone auf einem Brennträger (Glaze Support) fixiert. Die Glasurmasse wird anschließend mithilfe einer Spraydose (SpeedGlaze) in einer möglichst gleichmäßigen Schicht aufgetragen. | BZB Januar/Februar 17 | Wissenschaft und Fortbildung 52

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