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Bayerisches Zahnärzteblatt Januar 2017

Patientenfall – Beschreibung der Methodik und des klinischen Vorgehens Der 49-jährige Patient wünschte den Lü- ckenschluss im vierten Quadranten mit einer Implantatversorgung. Der Zahn 46 musste aufgrund einer vertikalen Wurzel- fraktur entfernt werden. Nach einer Hei- lungszeit von drei Monaten war die Ex- traktionswunde klinisch verheilt (Abb.1). Zur Beurteilung des Knochenangebots wur- de eine DVT-Aufnahme (Orthophos XG 3D, Dentsply Sirona) des Unterkiefers ange- fertigt. In derselben Sitzung wurde mit der Intraoralkamera eines CAD/CAM chairside- Systems (Omnicam AC, Dentsply Sirona) ein intraoraler Scan des vierten Quadran- ten mit Antagonist und bukkaler Regis- trierung vorgenommen (Abb. 2). Auf dem 3-D- Modell, das die gingivale Oberfläche des Implan- tatsitus, die benachbarten Zähne und die antago- nistische Situation wiedergibt, erfolgte die virtuelle prothetische Planung des fehlenden Zahns mit der Chairside-Software (Cerec Software Version 4.4, Dentsply Sirona) (Abb.3). Nach abgeschlossener Konstruktion wurde der Datensatz (3-D-Modell, Planung = spätere Implantatkrone und die be- nachbarten Zähne) in die Röntgen- und Implan- tatplanungssoftware (Galileos Implant, Dentsply Sirona) transferiert (Abb.4) und automatisch mit dem Röntgenvolumen überlagert (Abb.5). Röntgendiagnostik und Implantatplanung Die Beurteilung der Knochenstruktur in regio des fehlenden Zahns 46 zeigte gute Platzverhältnisse. Auf eine bukkale Knochenaugmentation konnte verzichtet werden. Im DVT werden das 3-D-Modell sowie die virtuelle prothetische Planung eingeblen- det. Dadurch lässt sich ein erheblicher Informa- tionsgewinn bei der Implantatplanung erzielen, da sowohl prothetische als auch anatomische Infor- mationen (Weichgewebe und Knochen) gleichzei- tig sichtbar werden (Abb.6). Der Anwender kann jetzt das Implantat aus einer Implantatbibliothek auswählen und planen. In unserem Patientenfall wurde ein wurzelförmiges Implantat (Biomet 3i T3 Certain, Biomet 3i) mit einer Länge von 11,5mm und einem Durchmesser von 5mm geplant (Abb.7). Volldigitale Bohrschablone Für die Gestaltung der volldigitalen Bohrschablo- nen (Cerec Guide 2, Dentsply Sirona) mussten in der Software die Größe und die Höhenposition der Bohrhülse festgelegt werden (Abb.8). In diese Hülse werden später beim Implantieren die Löffeleinsätze (Drill Key Set, Dentsply Sirona) eingebracht, welche auf die Durchmesser der originalen Bohrinstru- mente der unterschiedlichen Implantathersteller abgestimmt sind. Im vorliegenden Fall war das chirurgische Vorge- hen mit Lappenbildung geplant. Deshalb wurde die Bohrhülse nahe am krestalen Knochen posi- tioniert. Durch das Festlegen der Hülsenposition wird der Abstand zwischen der Oberkante der Bohrhülse und der Implantatspitze festgelegt. Zu diesem Wert muss für den eingesteckten Löffel- Abb.4: Aus der CAD/CAM chairside-Software exportierter und in die Röntgen- und Implantatplanungssoftware importierter 3-D-Datensatz Abb.5: Als Vorbereitung zur automatischen Überlagerung des 3-D-Modells und der DVT- Daten werden auf den jeweils gleichen Zähnen sogenannte Referenzpunkte angegeben. Abb.6: 3-D-Darstellung des Unterkiefers durch die Röntgen- und Implantatplanungssoft- ware. Das 3-D-Modell (beige) und die prothetische Planung (blau) sind bereits importiert und überlagert. Wissenschaft und Fortbildung | BZB Januar/Februar 17 | 59

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